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Mindscapes text by Gitte Broeng
Lines and structures are delineated with extreme sharpness and contrast in Fie Johansens photographs, which are rendered with a distant coolness. Open spaces and Terrain Vague are recur- ring motifs in her work as photographer. Places that are in-between systematization and coinci- dence, the urban and the rural, nature and culture. Her work concentrates on localities that give a physical form to the psychological. Her images become mindscapes as well as exhibitions and books. Fie Johansen has also produced the cover images for numerous jazz records, where her atmospheric photographs correspond visually to the abstract tones of the music.
The subjects of her project for Denmark in Transition are not limited by technical or documen- tary principles. Color and black and white images supplement each other, and the spaces she represents have the quality of existing as images before she photographed them. Fie Johansen is not interested in interpreting places, but rather in showing spaces severed from their function or history, if they have one. This gives her images an abstrat quality dominated by shapes and structures.
The spaces which are very real, appear to a certain extent as if they already exist as works - whether they include art or not. Like the twilight image from Ørestad - a low concrete bridge with its rectangular lines reflected in the water it crosses.The surface of the water is deadly calm, a perfect mirror. Standing at the end of the bridge is Hein Heinsens 7,5 meter high bronze sculptuure The Great Exchanger. The scluptures mix of strict abstract lines and recognisable, organic forms are also reflected, this image is mirrored in another equally enigmatic work of a processing plant in Gilleleje harbor. Here too there is a geometric construction in the shape of a sharp triangle
that evokes the Danish Art Museum Arken together with a machine for sorting stones by size, that resembles a metal sculpture.One site is artistically and Architecturally formed, the other not. But the differences between them are erased by her. Both appear as enigmatic spaces in a landscape open to interpretation.

Sinnbilder text Gitte Broeng
Linien und Strukturen zeichnen sich ungeheuer scharf und kontrastreich ab in Fie Johansens

Fotos, die etwas Cooles an sich haben. Offene Räume und terrain vagues sind wiederkehrende Motive in ihrer fotografischen Arbeit; Orte, die sich in einer Mitte befinden, zwischen Ordnung und Zufall, Stadt und Land, Natur und Kultur. Sie arbeitet konzentriert mit Örtlichkeiten, die einem psychologischen Inhalt eine physische Form verleihen, und ihre Bilder wirken wie eine Art Sinnbilder. Neben Ausstellungen und Büchern hat Fie Johansen im Laufe der Jahre etliche CD-Cover für Jazz-CDs gemacht, wo ihre stimmungsorientierten Fotos den abstrakten Tönen der Musik visuell entsprechen.

Die Motive in ihrem Projekt für Dänemark im Wandel sind nicht von technischen oder dokumen- tarischen Prinzipien begrenzt. Farbige und schwarz-weiße Bilder ergänzen sich gegenseitig, und die Bilder besitzen die Eigenschaft, dass die Räume, die dargestellt werden, in gewisser Weise wie Bilder erscheinen, schon bevor sie fotografiert wurden. Fie Johansen beschäftigt nicht das Interpretieren der Orte als solche, sondern eher als selbständige Räume, losgelöst von ihrer Funktion oder Geschichte, falls sie eine haben. So bekommen die Bilder einen abstrak- ten Charakter, wo Formen und Strukturen das entscheidende sind.Die Räume, die ja ganz real sind, erscheinen in gewisser Weise, als ob sie von vornherein künstlerisch gestaltet wurden. Ob dies nun tatsächlich der Fall sei oder nicht.Das gilt zum Beispielfür das Dämmerungsbild aus

der Örestadt von einer niedrigen Betonbrücke, dessen rechteckige Linien sich in dem Wasser spiegeln, worüber sie hinführt. Die Wasseroberfläche ist vollkommen still und bildet einen per- fekten Spiegel. Am Ende der Brücke sieht man Hein Heinsens 7,5 Meter hohe Bronzeskulptur, Der große Austauscher, deren Mischung von strengen, abstrakten und organisch erkennbaren Formen ebenso im Wasser reflektiert wird.Dieses Bild spiegelt sich in einem anderen und genau- so rätselvollen Motiv aus einer Rohstoffanlage am Hafen von Gilleleje. Auch hier gibt es eine geometrische Betonkonstruktion, diesmal in einem spitzen Dreieck, das an das Kunstmuseum Arken erinnert, sowie etwas, das einer Metallskulptur ähnelt, nämlich eine Steinharfe, anhand der Steine nach Größe sortiert werden. Der eine Platz ist künstlerisch und architektonisch nach allen Regeln der Kunst geformt, der andere nicht. Die Unterschiede werden ausgeglichen, und beide erscheinen als rätselvolle Räume in der Landschaft, die offen für Interpretationen sind.

Råbjerg mile Hahnemühle.jpg